Förderverein der
Fachschule Medizintechnik an den Berufsbildenden Schulen
Neustadt a. Rbge.
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Die Medizintechnik der heutigen Zeit ist teuer, erfordert qualifiziertes Personal zur technischen Betreuung  und verlangt entsprechende Kenntnisse und Sorgfalt beim Anwender. So stellte sich z.B. bei Untersuchungen von Unfällen mit medizinischen Geräten heraus, dass 64% auf fehlerhaften Umgang durch Ärzte, Pflegepersonal und sonstige Anwender zurückzuführen waren.

Angesichts der  rasanten Entwicklung in der Medizintechnik wurden eigene Berufe  geschaffen,  zum einen auf der Ebene eines Studiums und zum anderen einer mehr praktisch orientierten Ausbildung an der Fachschule für Technik (Technikerschule). Während der Ingenieur mit der Fachrichtung Biomedizinische Technik eher in Richtung Entwicklung und leitender Funktion tätig wird, ist der staatlich geprüfte Techniker der Fachrichtung Medizintechnik mehr auf die Praxis vor Ort ausgerichtet.

Die wesentlichen Aufgabenbereiche des Medizintechnikers sind:

  • Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit und der technischen Betriebsbereitschaft der Geräte. Dazu gehören Wartung, Instandhaltung, Reparatur-  und Sicherheitswesen
  • Einweisung der Anwender in den sachgemäßen Umgang mit den Medizingeräten
  • Ansprechpartner für Ärzte, Pflegepersonal, Verwaltung, ...
  • Vertriebsaufgaben umfassender Art bei Medizingeräteherstellern, im Fachhandel, Technische Büros, ...
  • Aufgaben in der Planung, Organisation und Durchführung aus Bereichen wie Projektierung, Vorschriftenwesen, Prüfwesen, Gutachten, ...

Die Vielfalt der medizinisch - technischen Anlagen und Geräte zeigt sich in der großen Breite der beruflichen Tätigkeiten des Medizintechnikers. Einen charakteristischen Berufseinsatz gibt es nicht.

Die im Einzellfall ausgeübte Tätigkeit hängt vom speziellen Arbeitsplatz und dem zugewiesenem Aufgabengebiet ab.

Medizintechniker im Krankenhaus

  • Anlegen, Führen und Aktualisieren von Gerätedateien 
  • Durchführung von Wartung, Instandhaltung, Reparatur und sicherheitstechnischen Kontrollen
  • fachkundige Beratung der Ärzte, Verwaltung bei Ersatzteilbeschaffung
  • Zusammenarbeit mit dem externen technischen Service (Fehlerbeschreibung)
  • Aussonderung von veralteten Geräten

Servicetechniker in der medizinischen Industrie

  • Anlieferung, Installation, Inbetriebnahme und Endabnahme von medizinischen Anlagen und Geräten
  • Zusammenarbeit mit dem technischen Dienst (z.B. im Krankenhaus)
  • Beratung von Ärzten, Behörden, medizinische Labors, ...
  • Durchführung von Geräteeinweisung
  • Durchführung von Wartung, Reparatur, Instandhaltung, ...

Medizintechniker im medizinischen Fachhandel

Der Fachhandel besitzt die Nähe zum Marktgeschehen und persönlichen Kontakt zum Kunden und kann deshalb flexibel reagieren. Dem Verkauf eines Medizingerätes geht in der Regel eine sachkundige und umfassende Beratungstätigkeit voraus. Auch der Fachhandel führt Wartungs- und Reparaturarbeiten, sowie Geräteeinweisungen beim Kunden durch.

Der Medizintechniker eines solchen Unternehmens ist dann oft Servicetechniker, Berater und Verkäufer in einer Person.

Weitere Tätigkeitsfelder für Medizintechniker

  • In der Industrie mit den Einsatzgebieten wie Entwicklung, Fertigung, Prüffeld, Beratung/Vertrieb, Kundenschulung, Technisches Schrifttum, Montage (auch im Ausland)
  • Servicetechniker in Gemeinschaftspraxen, Dialysezentren, medizinischen Labors, ...
  • Techniker bei Eich- und Prüfämtern, z.B. TÜV, DEKRA, Aufsichtsbehörden, ...
  • Medizintechniker im Entwicklungsdienst

Für den Medizintechniker sind , je nach Leistung und Arbeitsstelle, nahezu alle Möglichkeiten des beruflichen Aufstieg erreichbar.

Aus Erfahrung hat sich gezeigt, dass die Positionierung eines Gruppenleiters, eines Abteilungsleiters, sogar eines Niederlassungsleiters auch tatsächlich erreichbar sind. In kleineren Betrieben ist oft ein rascher Aufstieg zu beobachten.

Diese beruflichen Chancen gelten nur mit Einschränkungen bei öffentlichen Arbeitgebern oder solchen mit öffentlich-rechtlichem Charakter. Das Laufbahnrecht des öffentlichen Dienstes schränkt die Aufstiegsmöglichkeiten im Vergleich zur freien Wirtschaft deutlich ein.

 

 

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